
Umweltmediation
umfasst Konflikte, die aufgrund ihrer Dimension im öffentlichen Interesse stehen.
(Umweltmediation)
Das Einsatzgebiet der Umweltmediation umfasst Auseinandersetzungen im öffentlichen Bereich, etwa bei energie-, abfall- oder verkehrspolitischen Vorhaben (z.B. Errichtung von Müllverbrennungsanlagen, Autobahnbau, Infrastrukturmaßnahmen). Das sind Vorhaben, die aufgrund ihrer Dimensionen (Anzahl der betroffenen BürgerInnen, potenzielle Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen) im öffentlichen Interesse stehen, über die jedoch Politik oder Verwaltung zu entscheiden haben. Die bisher üblichen Lösungsansätze bei Umweltkonflikten verliefen hauptsächlich über behördliche Genehmigungsverfahren (Verwaltungsverfahren) bzw. Gerichtsverfahren.
Hauptkritikpunkte dieser Konfliktregelungsmechanismen betreffen
- einen mangelhaften Informationsaustausch zwischen Experten, Laien, Verwaltung, Projektträgern und Betroffenen, sowie den fehlenden offenen Dialog zwischen diesen Gruppierungen
- die mangelhaften Möglichkeiten der BürgerInnen sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen, die ihren unmittelbaren Lebensbereich betreffen. Die Beteiligungsmöglichkeiten im Planungsprozess sind nur selektiv und zu einem sehr späten Zeitpunkt vorhanden.
- eine mangelhafte Kommunikationsfähigkeit der Beteiligten an öffentlichen Planungsprozessen aufgrund einer Kommunikationskultur, die oftmals hierarchisch, konfrontativ und eskalationsfördernd ist.
Als Alternative bzw. Ergänzung zu bestehenden Wegen der Lösung von Umweltkonflikten findet die Umweltmediation bereits im Vorfeld bzw. parallel zu gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrensabläufen statt.
Die Besonderheiten der Mediation im öffentlichen Bereich sind dabei:
- alle Betroffenen (nicht nur die in Behördenverfahren vorgesehenen Parteien) werden eingebunden. Zum Teil bestehen erhebliche Macht- und Ressourcenungleichgewichte, die es auszugleichen gilt.
- Komplexe Konfliktfälle, die meist im Interesse der Öffentlichkeit stehen – deshalb auch die Bezeichnung „Mediation im öffentlichen Bereich“
- Konflikte sind sog. Vielparteienkonflikte – typische Teilnehmergruppen sind Projektwerber, Anrainer, Politik, Verwaltung, Naturschutzorganisationen, Interessensverbände, Bürgerinitiativen...
- Das Mediationsverfahren erfordert ein Arbeiten mit großen Gruppen und wird daher durch Mediatorenteams durchgeführt
- Die Finanzierung derartiger Mediationsverfahren erfolgt größtenteils durch die öffentliche Hand
- Als Voraussetzung für den Erfolg ist eine gewisse Ergebnisoffenheit erforderlich, d.h. Umweltmediation bedeutet keine nachträgliche Legitimation behördlicher Entscheidungen





